Rezept zum Frühaufstehen 2

4. Die richtige Technik.

Finde heraus, wie viele Stunden schlaf du wirklich brauchst um dich fit zu fühlen und stelle deinen Wecker konstant auf diese Uhrzeit. Und natürlich auch am Wochenende. Dein Körper kennt kein Wochenende. Weiche von dieser Zeit maximal 45 Minuten ab. Du musst verstehen, dass wenn du konsequent zu deiner Uhrzeit aufstehst und zwar hoffentlich ersten klingeln, sodass du Klingeln mit Aufstehen konditionierst und nicht klingeln mit weiterschlafen (hierbei hilf Punkt 1), dann wird dein Körper diese Zeit verinnerlichen und automatisch abends müde werden zu der Zeit die dein Unterbewusstsein errechnet hat, die dein Körper nach diesen Tag braucht. Dies bedeutet, dass du nicht jeden Tag gleich viel schlaf benötigst. Wenn du also konsequent um 8 Uhr aufstehst und nun mal an einem Tag erst etwas später Müde wirst, so kannst du davon ausgehen, dass dein Unterbewusstsein weiß, wie viel Erholung du brauchst. Vielleicht hast du dich ja heute weniger bewegt?

Ich merke deutlich, dass ich an Tagen an denen ich 1 Stunde oder mehr Sport gemacht habe, ich auch mehr Erholung brauche. Also schlafe ich da ca. 45 Minuten länger als sonst.

5. Suche dir einen Grund um früh aufzustehen. Diesen Punkt kannst du also auch super auf dein Motivationsschreiben schreiben.

Es lohnt sich früh aufzustehen, denn man ist in den frühen Stunden einfach produktiver. Ich selbst merke das immer wieder. So habe ich früher teilweise einen ganzen Tag gebraucht um ein Tutorium durchzuarbeiten. Heute habe ich bis 12 dies meistens schon erledigt. Ich bin morgens einfach nicht so abgelenkt, da eh jeder schläft oder arbeitet. Dies gibt mir neben einem guten Gefühl auch mehr Zeit für andere Dinge. Schläft man bis 10 so ärgert man sich bis 12, dass man es wieder nicht geschafft hat früh aufzustehen, obwohl man es doch soo sehr wollte. Dieser Gedanke schwebt dann bis 5 Uhr im Hinterkopf bei jeder Sache die man macht fühlt man sich nun herrlich unproduktiv, da der Start ja schon schlecht war.

Eine Studie hat gezeigt, dass Leute zwischen 6 und 9 Uhr morgens Posts mit den höchsten Anteil an Wörtern wie „super“, „toll“, „fantastisch“ und „stolz“ posten.

6. Belohne und bestrafe dich

Dieser Ansatz beschäftigt sich wieder mit der klassischen Konditionierung. Wenn du dies über Monate durchziehst, wirst du anfangen aufstehen mit etwas positiven zu verbinden und länger schlafen als vorgesehen wird wirklich auch als negativ angesehen und nicht als Schwäche deinerseits.

Welche Belohnung bzw. Bestrafung du dir aussuchst ist nicht von großer Bedeutung. Wichtig ist, dass sie dir so wichtig sind dass du einen großen Anreiz verspürst die Belohnung zu bekommen oder die Bestrafung zu vermeiden. Beides funktioniert.

Suche dir am besten was aus, was mit einem deiner Punkte auf deinem Motivationsschreiben zusammenhängt. Bei mir ist es zum Beispiel so:  Ich habe eine kleine Spardose auf meinem Nachttisch. Daneben ist eine Schüssel mit 1€ Münzen. Jeden Morgen wenn ich es schaffe beim ersten Weckerklingeln aufzustehen, darf ich einen € nehmen und in die Spardose werfen. Die Spardose steht für etwas, dass man gerne macht, nur oftmals darauf verzichtet, weil es zu teuer ist. Jeder sollte da etwas finden.

Am besten ist es jedoch, wenn diese Aktion mit einem Punkt auf seiner Liste übereinstimmt. Bei mir steht die Spardose dafür mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen und zwar in Form eines Dinners. Schaffe ich es also jeden Morgen aufzustehen, so weiß ich dass ich deshalb auch bald wieder ein schönes Abendessen mit meiner Familie finanziert habe. Schaffe ich es nicht, so werde ich quasi dadurch bestraft, dass sich das Essen hinauszögert.

Du wirst merken, wie effektiv diese Methode ist. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Present für deine Frau/ Freundin einfach so ohne jeden Anlass um ihr zu zeigen wie gern du sie hast? Du wirst dein aufstehen mit der Freude anderer verknüpfen. Ich sag euch das klappt wunderbar.

Ich denke da gibt es noch viele weitere Sachen. Ich würde mich freuen zu erfahren, wenn ihr dies wirklich auch einführt, wie euer Ansatz aussieht. Schreibt mir einfach einen Kommentar.

7. Gewinne Zeit für die Dinge für die du sonst keine hast.

Du klagst über Übergewicht und nutzt Zeitmangel als passende Ausrede um körperlich fit zu werden? Jetzt hast du ja die Zeit dazu. Nichts ist besser als den Tag mit einer 30 minütlichen Einheit zu beginnen und dann unter die Dusche zu springen und den Tag zu beginnen.

Du wolltest schon immer mal deinen eigenen Blog verfassen nur wann?

Ich wette dir fallen grad selbst genügend Dinge ein die du aufgrund von Zeitmangel eher selten machst.

8. Blaues Licht

Blaues Licht ist für unseren Körper das Signal für Tag. Gerade im Winter kriegen wir zu wenig davon. Es gibt ja diese speziellen Lampen, die den Sonnenaufgang auch in Form von Blaulicht simulieren. Nur leider waren die mir viel zu teuer. Ich bin also in den Baumarkt, hab mir eine ganz normale Neonröhrenhalterung zugelegt und zusätzlich eine Zeitschaltuhr. Das funktioniert wunderbar. 20 Minuten bevor der Wecker klingelt geht bei mir die Blaue Neonröhre an und taucht mein Zimmer in ein schönes Blau. Mein Körper nimmt dies natürlich wahr und leitet so den Aufwachvorgang ein. So fällt es mir zusätzlich leichter aufzustehen, wenn der Wecker klingelt.

9. Schmeiße deinen Fernseher aus deinem Schlafzimmer.

Wenn du gerade Punkt 8 gelesen hast, kannst du dir auch sicher vorstellen, warum das ein wichtiger Punkt zum früheren aufstehen ist, auch wenn es direkt nicht dazu beiträgt. Ich mein, keiner steht früher auf nur weil der Fernseher aus dem Schlafzimmer verbannt wurde. Jedoch liegt der Vorteil ja auf der Hand, wenn blaues Licht ein Signal für unseren Körper ist entsprechende Hormone auszuschütten, die den Körper wach machen bzw. halten. Und im Fernseher ABER auch im Smartphone oder Tablett ist halt ein hoher Anteil von blauen Licht.

Zudem kommt, dass nicht nur das blaue Licht einen unbewusst länger wach hält, sondern man selbst ganz bewusst. Jeder kennt die Situation in der man nach der einen Show den Fernseher abschalten will. Man zappt noch einmal kurz durch die Programme und zack bleibt man doch wieder irgendwo hängen.

Ich kann sagen, dass es schon am Anfang ein komisches Gefühl war den Fernseher in den Keller zu tragen. Aber es hat sich echt gelohnt. Ich schaue nicht mehr aus Langweile fern oder Filme, die ich bereits schon kenne, weil gerad nichts anderes läuft. Ich schaue nun bewusster die Dinge, die ich auch wirklich sehen will. Und das meistens unten im Wohnzimmer gemeinsam mit meiner Familie. So nutze ich abends die Zeit für die Uni oder diesen Blog, anstatt sinnlos abzuschalten.

 

Rezept zum Frühaufstehen

Wie man seine morgendliche dunkle Seite besiegt

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Einleitung

Ich hoffe es ist jetzt klar geworden, warum ich mich seit langer Zeit mehr mit meinem eigenem Körper, Geist und meiner Gesundheit beschäftige, als andere dies vielleicht tun würden oder sich überhaupt dafür interessieren. Wie ich heute auch beim Einkaufen gesehen habe, ist es dem Großteil der Menschen wirklich egal, was sie ihrem Körper und ihrer Gesundheit antun. Ich denke oft darüber nach, wie Ihnen das so egal sein kann oder ob sie nur die Augen vor der Realität verschließen und sich innerlich sagen: „mir wird schon nichts passieren“. Viele Menschen wissen auch einfach nicht, was in manchen Produkten so alles enthalten ist oder wie eine gesunde Ernährung aussieht. Aber wie so oft im Leben schützt Unwissenheit vor Strafe nicht! Nur nachvollziehen kann ich es nicht, dass sich die meisten nicht einmal informieren und wenn es dann ignorieren. Schließlich sind wir alle nur einmal hier und ich finde jeder sollte versuchen für sich und seinen Körper das beste zu geben, auch wenn dies nicht immer leicht fällt und der Griff zur Schokolade doch so befriedigend ist.

Genug davon.. Mein heutiger Post beschäftigt sich mit einem ganz anderem elementaren Thema, wenn man sein Leben verbessern will, dem Schlaf. Gerade als Student habe ich gemerkt, wie wichtig es ist seine Schlafgewohnheiten zu analysieren und zu überdenken, wenn man dort Ansätze zur Optimierung entdeckt . Es klingt vielleicht nebensächlich, aber mit der Veränderung der Schlafgewohnheit, wenn sie wie es bei mir der Fall war außerordentlich schlecht war, kann man sehr viel erreichen.

Hier mal ein kleines Beispiel:

Angenommen du schläfst zurzeit im Durchschnitt 8 Stunden pro Nacht. Du weißt aber, dass du ebenso mit 7 Stunden Schlaf dich den Tag über Fit und ausgeschlafen fühlst, dann würde die konsequente Reduzierung der Nachtruhe um 1 Stunde je Nacht auf ein Jahr gesehen deutliche Konsequenzen für dich hervorrufen. Denn so hättest du ja 365 Stunden mehr an Zeit gewonnen. Pro Woche sind das dann 7 Stunden also ca. einen Arbeitstag die Woche. Angenommen du arbeitest 40 Stunden die Woche, so wäre das ein Bonus an Zeit von etwas über 9 Arbeitswochen im Jahr. Also mehr als 2 Monate an Arbeitszeit im Jahr, mit nur einer Stunde weniger Schlaf am Tag. Was man damit nicht alles anfangen könnte..

Jedenfalls hoffe ich, dass klargeworden ist wie eine kleine Veränderung sich auswirken kann, wenn man konsequent an ihr festhält. Sicherlich mag es jetzt Leute geben, die sich nicht großartig angesprochen fühlen (außer jeder Student), da sie einen geregelten Tagesablauf haben und somit gezwungen werden zu einer gewissen Uhrzeit aufzustehen.  Ich würde mal behaupten, dass 90% dieser Menschen ebenfalls zu lange schlafen würden, wenn dieser Druck von außen wegfallen würde (also an Wochenenden oder im Urlaub). Ich mein wer hindert dich daran eben am Wochenende eine Stunde früher aufzustehen und schon einmal den Tisch für das Frühstück zu decken, Brötchen zu holen oder sonstige Sachen um deinen Mitmenschen zu zeigen, wie sehr du sie magst und für sie da bist. Sicher ist, dass es nicht so einfach ist von sich aus zu sagen früher aufzustehen, wenn man die Freiheit hat liegenbleiben zu können.

Ich habe im Laufe meiner Studienzeit so einige Tipps und Tricks gesammelt, die mir es ermöglichen früher aufzustehen als ich das sonst tun würde. Dafür müsst ihr wissen ich bin ein ganz schwieriger Fall, wenn es um´s aufstehen geht. Es ist als sei ich eine andere Person und auch wenn ich mir beim einschlafen noch so oft eingeredet habe, dass ich morgen früh sofort ohne Murren aufstehe, so blieb ich doch unzählige Male liegen.

Ich dachte immer, ich muss das als eine Art Training ansehen und mit der Zeit würde es mir leichter fallen, früh aufzustehen.       Oder dass ich zu wenig Selbstdisziplin besitze. Dem war aber nicht so. Ich sage euch mit den richtigen Verhaltensweisen ist es möglich, von heute auf morgen dauerhaft seine Zeit im Bett zu reduzieren, wenn man denn will.

Hier nun Tipps bzw. Gründe zum frühen Aufstehen

1. Dazu gehört erstens ein geeigneter Wecker, der dich auch wirklich aus dem Schlaf holen kann. Und ich meine das wirklich ernst, denn mein Wecker muss mich wirklich nerven und nicht nur stören. Wenn mein Wecker angeht, dann denke ich in dem Stadium natürlich alles Unterbewusst: „Mensch, ich kann keine Sekunde mehr die Augen zu machen. Ich muss sofort diesen Wecker ausschalten“. Und zack stehe ich auf und schalte den Wecker aus, der natürlich mehrere Meter weit weg steht, damit mein Kreislauf schon einmal in Schwung kommt.

Jetzt könnte ich ja schon eigentlich auf den zweiten Punkt verzichten, nur habe ich leider viel zu oft die Erfahrung gemacht, dass selbst die 5 Meter zum Wecker nicht ausreichen, um Saihtam in die Knie zu zwingen. Saihtam (mein Name rückwärts) ist eine Persönlichkeit von mir, die mich jeden Morgen ab der ersten bis zur 180 Sekunde nach dem Aufwachen bestimmt. Es ist meine dunkelste Seite, die nicht davor zurückschreckt jeden, der es wagt mich zu wecken zu beleidigen und Notlügen im 10 Sekunden Takt produzieren kann. Auf jeden Fall lag ich Dank Saihtam 1 Sekunde nachdem ich den Wecker ausgeschaltet habe wieder im Bett. Er Erzählt mir dann so sachen wie: „geh besser wieder ins Bett du wirst es nicht bereuen, schau wie Müde du noch bist“ oder „ nur noch 5 Minuten und dann bin ich weg, versprochen“. Nur leider ist Saihtam ein chronischer Lügner und verschwindet auch nicht nach 10 oder 15 Minuten.

2. Der einzige Weg Saihtam auszutricken ist zweitens wenn man noch bei vollem Bewusstsein ist, sich ein Motivationsschreiben neben den Wecker zu hängen. Auf meinem stehen die Sachen, die ich mit der zusätzlichen Zeit anfangen kann, der Fakt dass ich nur einmal Lebe, welches Glück ich habe überhaupt am Leben zu sein und dass ich deshalb all meine Energie darauf konzentrieren werde mich weiterzuentwickeln und mein Herz auch den Anderen zukommen lasse. Das klingt vielleicht ein bisschen psycho aber glaubt mir, eure Dunkle Seite ist davon ganz schön beeindruckt und hat nichts mehr zu melden. Ich glaube sogar, dass dieser Punkt einer der Hauptgründe dafür ist, warum ich nun deutlich früher aufstehe. Denn ich kann mein Motivationsschreiben dadurch dass ich es jeden morgen gelesen habe schon auswendig. So weiß ich morgens direkt, warum ich aufstehe und das bewegt mich doch dazu aufzustehen. Würde man es sich nicht aufschreiben, so denkt man nicht jeden Morgen sondern vielleichte nur  jeden zweiten Morgen daran und bleibt liegen.

3. Zusätzlich steht ganz unten und damit drittens mein Morgenritual. Mein Morgenritual ist so einfach wie auch selbstverständlich: „gehe SOFORT Duschen“. Denn immer wenn ich geduscht habe, fühle ich mich viel fitter und bin bereit Sachen anzugehen. Nur damit das nicht falsch verstanden wird. Ich habe mich natürlich vorher auch jeden Tag geduscht, nur halt nicht immer morgens. Und so kam es vor, dass ich schon das Duschen auf den Nachmittag verschoben habe und somit andere Sachen gleich mit. Sofort unter die Dusche zu springen fühlt sich zusätzlich auch gut an, weil man wach wird. Jeder kann sich natürlich sein Morgenritual frei aussuchen. Für jeden gibt es aber eine Sache, für die es sich aufzustehen lohnt. Denn nach dem Duschen, wer will da schon ins Bett zurück?

Andere Morgenrituale wären zum Beispiel mal ausgiebig die Zeitung zu lesen, schon morgens Joggen zu gehen oder sich mit Sachen beschäftigen, für die man sonst wenig Zeit hat. Denn nun hat man ja eine Stunde mehr nur für sich, die man sich ja auch wirklich verdient hat und in der ich die Dinge erledige oder zelebriere, die ich vorher gegen ein paar Minuten mehr im Bett eingetauscht habe. Wie wäre es zum Beispiel schon einmal morgens für die Familie ein gesundes Frühstück vorzubereiten? Ich denke darüber würde sich jeder deiner Mitmenschen freuen.

Morgen folgt dann Teil 2 mit weiteren  Punkten..


Lang lang ist es her

Tag 2 und ich denke, es wird jetzt mal Zeit zu erklären, wieso ich überhaupt hiermit angefangen habe und die Hintergründe meiner Person kurz zu klären. Weil wer mich kennt weiß, dass ich noch vor einem Jahr kaum auf eine SMS oder Whatsapp Nachricht unter einem Tag geantwortet hätte und dies gerne auch zwei bis der Tage vor mir herschob bis ich mich selbst überreden konnte doch mal zu antworten. Und nun soll ich hier regelmäßig etwas Posten? Aber ich werde noch schreiben wie und mit welchen Tricks und Tipps ich zu so einer Umstellung in der Lage war.

Die Schulzeit 

Naja, auf jeden Fall lief mein Leben bis ich 18 war ziemlich gut. Ich stand jeden morgen mehr oder weniger fröhlich auf ging brav zur Schule und schrieb dort die ein oder andere 1 oder 2, ohne großartig viel dafür zu tun, um diese gute schriftliche Note dann wieder durch eine 4 oder 5 in der Mitarbeit zu relativieren. Jedenfalls hat mein Schnitt trotzdem gereicht für mein Wunschstudium und da ich die Schule nur als Mittel zum zweck und als ein Ort wo leider Mädchen die sich die Fingernägel im Unterricht machten, die ab und zu dem Lehrer schöne Augen machten, eine bessere Note bekamen, als jeder der wirklich versucht hat, was produktives zum Unterricht beizutragen. Ich sprang also nur so hoch wie ich musste sozusagen, aber das war völlig okay für mich. Ich hatte ja ein Ziel über das es nicht viel nachzudenken galt, Abitur! Eine andere Option gab es für mich nie, auch wenn ich nicht wirklich intrinsisch motiviert war dieses Ziel zu erreichen, so hatte ich trotzdem das Gefühl dies meinen Eltern schuldig zu sein. Also zog ich es durch. Und dann?

Die große und entscheidende Frage wohin es nach der Schule gehen soll

Ja was kommt dann? Seit ich denken kann hab ich das Gefühl das jeder in meinem Umfeld irgendwas besonders gut kann oder dort seine Interessen für sich entdeckt hat, nur ich nicht. Also fragte ich mich: “ Was kann ich eigentlich besser als andere?“ oder “ Worin bin ich so motiviert, dass ich mir vorstellen könnte dies auch mehr als 8 Stunden am Tag zu tun?“.

Jedenfalls wusste ich dann relativ schnell, dass ich diese Frage nicht beantworten konnte. Dabei machte ich einen Fehler. Ich sah eine meine großen Stärken nicht als solche an, weil sie einfach von der Gesellschaft auch nicht so gewürdigt wird. Die kompletten 9 Jahre meiner Schulzeit hab ich mich mit Ernährung und Sport beschäftigt und war auch dementsprechend gut darin. Nur wenn ein 120 kg Kind im Schulsport eine 1 bekommt während ich mich mit einer 2 zufriedengeben musste, wurde mir relativ schnell klar, dass da draußen und Fähigkeiten wirklich zählen, wenn man nicht grade Mario Götze oder Manuel Neuer heißt. Die Begründung für die 1 der betroffenen Person war übrigens, dass sie sich ja auch überdurchschnittlich angestrengt hat. Interessanter Ansatz! Wenn ich also in englisch einer Person, die für ein Jahr im Ausland war und deshalb dementsprechende englischkenntnisse Abseits vom Unterricht erworben hatte, im englischen unterlegen war, dann hab ich noch nie gehört ja Matthias du bist zwar ne Niete in Englisch aber du hast dir ja im vergleich zu deinen Fähigkeiten auch überdurchschnittlich viel Mühe gegeben also ganz klar 14 Punkte für dich. Nur beim Sport wurde dieser Grundsatz außen vor gelassen.

Mein Sport der mich wirklich begeisterte war übrigens Kanurennsport. Ich trainierte jeden Tag, außer montags. Okay vor großen Wettkämpfen auch heimlich am Montag. Es ist einfach eine tolle Sportart und ich hatte auch das Glück, auf die wohl beste und begeisterndste Trainerin der Welt zu treffen, die mich in jedem Training an meine Grenzen bringen konnte. Sicherlich also eine Leistung, die nicht jeder meiner Mitschüler erbracht hatte und während ich trainierte brav gelernt wurde. Ich finde das auch okay, ich mein ich hätte ja sagen können ich mache weniger oder ich höre auf wenn meine Noten zu schlecht gewesen worden wären. Nur waren mir meine Wettkampfplatzierungen teilweise wichtiger als eine 1 in Mathe, Bio oder Physik. Auf jeden Fall erinnere ich mich noch an viele Montage, an denen ich morgens mit dem Kopf auf dem Tisch lag und froh war, dass mein Physiklehrer das tolerierte, auch wenn er mir dafür eine 4 gab. Auch wenn es Mädchen in diesem Kurs schafften eine 2 zu bekommen und durch ihre Beiträge zu zeigen, dass ihr IQ kaum höher sein kann als der eines Hominiden.

Auch wenn ich es immer unfair fand, dass diese Leistungen eher weniger berücksichtig oder gefördert wurden war es okay für mich. Auch wenn es mir nach einer harten Trainingseinheit kaum möglich war mich an meinem Schreibtisch zu setzen und so die Hausaufgaben so auf 8 Uhr morgens im Bus verschoben wurden. Es lief alles so wie es sollte. Ich hatte durch das viele Training mir einen fitten und muskulösen Körper zugelegt und meine Noten waren immer in einem Bereich, in dem ich mir sicher sein konnte, nachher das studieren zu können, was ich wollte, außer Medizin. Das war auch noch so bis zum Abiball. Das Problem war eher der Tag danach. ich wusste, dass ich mich wohl von meiner großen Liebe dem Sport trennen müsste. Dabei war es das einzige was mich wirklich interessierte. Noch nie habe ich in meinem Leben eine so große Leere gespürt. Ich hätte aufstehen können und 10 Stunden lernen können oder einfach 10 Stunden liegenbleiben können. Es hätte keinen Unterschied gemacht. Oder doch? Mehr dann beim nächsten Mal. Die Uni ruft schon nach jeder zweiten Zeile..

Aller Anfang ist schwer

Über Jahre habe ich mir vorgenommen, den Menschen zu helfen und Sie durch meine Worte zu motivieren, doch ist daraus nie wirklich was geworden. Sobald die Motivation da war, verschwand sie auch schon wieder und der Alltag hatte mich wieder. Es brauchte also eine Zeit, bis sich meine Gedanken wieder darum kreisten anderen Menschen durch meine Erfahrungen und Kenntnisse zu helfen, sodass sie in Ihrem eigenen Leben weiterentwickeln können. Auch wenn ich noch Jung bin und viele vielleicht weiter sind als ich, so denke ich, dass auch viele Ältere von meinen Erfahrungen profitieren können. Oder warum sind Sie sonst grade auf diesen Blog gestoßen?

Zu meiner Person: Ich bin 21 Jahre alt und Student an einer bekannten, deutschen Universität. In den vergangenen 8 Monaten machte ich eine der wohl schwierigsten Phasen der eigenen menschlichen Existenz durch. Jedenfalls hoffe ich, dass dies so ist und die Midlife-Crisis nicht noch schlimmer wird. Wenn Sie sich jetzt fragen, welche Phase das wohl sein könnte, dann sind Sie schon weiter als viele meiner Kommilitonen die sich diese Frage wohl eher (wenn überhaupt)  gegen Ende Ihres Lebens stellen werden und es dann eigentlich auch egal ist, ob man dann noch vorhat sich weiterzuentwickeln oder sich jeden Abend der Bergdoktor ansieht, Kreuzworträtsel löst und sich fragt womit man den Enkel denn am nächsten Tag beschäftigen könnte. Und ja richtig es ist die Phase, in der man beginnt seine eigene Existenz hier auf diesem Planeten zu überdenken und ganz anders wahrzunehmen. Was will ich erreichen?  Wer bin ich ? Was macht mir eigentlich Spaß? Wo sind meine Stärken? Wo könnte ich noch an mir Arbeiten? Warum sollte ich jeden Tag um 7 Uhr aufstehen, wenn doch jeder Wecker heutzutage eine Snooze-Funktion besitzt?  Mach ich mir zum Frühstück ein Erdnussbuttertoast oder ersetze ich dies durch Salat?

All diesen wichtigen Fragen können einer so jungen Existenz ganz schön zu schaffen machen, denn niemand will hinterher auf seine Entscheidungen zurückschauen und sich eingestehen, vielleicht lieber doch Option B gewählt zu haben anstatt Option A. Viellt doch Lieber Partner C als Partner A oder vielleicht doch lieber das ein oder andere Erdnussbuttertoast morgens weniger gegessen zu haben. Aber im Studium habe ich gelernt, dass Optionen zu haben immer besser ist als keine Optionen zu haben. Also gilt es nun, die beste Option zu erkennen und auch zu wählen.

Eine Option zu haben heißt auch zu leben. Ich kann von meinem Leben behaupten, dass es sich lohnt die richtigen Entscheidungen zu treffen und sich von alten geliebten Gewohnheiten zu lösen. Denn rein objektiv betrachtet, würde die Gesellschaft sagen: „Ja, den wünsch ich mir als Schwiegersohn“. So einfach das auch von außen aussehen mag. Es steckt mehr Arbeit dahinter, als so mancher denkt ( Wie z.B dieser Blog hier).

Das wichtigste für mich ist die grundlegende Frage nach den eigenen Zielen. Gerade wenn man so jung ist, wie ich es bin und die Freiheit besitzt in fast jede Richtung zu gehen in die man gehen mag, sollte man sich dies sehr genau überlegen und wenigstens schonmal die ersten Meter des Weges passieren, um zu sehen ob das Ziel gut definiert ist. Kann man  diese Frage bewusst oder unterbewusst nicht beantworten, so sind langfristig alle eigenen Maßnahmen zum scheitern verurteilt.

Der zweite wichtige Punkt ist Kontinuität. Das Ziel ist das Schloss, Kontinuität der Schlüssel. Wenn man morgens weiß, wofür man aufsteht dann fällt es viel leichter seine eigenen Vorhaben umzusetzen anstatt dies nur zu tun wenn man grade mal wieder genug Motivation dafür gesammelt hat.  Wie ich es geschafft habe, mein leben neu und besser zu Ordnen erzähle ich dann beim nächsten mal. Das soll es erstmal für heute gewesen sein, sonst erscheint wieder mein Professor auf meiner Schulter, der mich ermahnt mehr für die Uni zu tun.

Leben 2.0